Naturnahe Ufer schaffen

Arbeiten am Deckwerk. Foto Bernd-Ulrich Netz

Am schleswig-holsteinischen Elbufer im Bereich Juelssand wurde das steinerne Deckwerk an fünf Stellen abgesenkt. Hierdurch sind das dahinter liegende Land und die Vegetation wieder den Kräften des Wassers ausgesetzt. Mittelfristig wird sich hier wieder eine naturnähere Uferstruktur entwickeln.

Die Haseldorfer Marsch mit der Haseldorfer Binnenelbe gehört zu den ökologisch wertvollsten Lebensräumen am schleswig-holsteinischen Ufer der Unterelbe. Süßwasser-Wattgebiete, Feuchtgrünland und Auen beherbergen seltene Brutvogelarten wie Seeadler, Kiebitz und Uferschnepfe. Die Schachbrettblume ist als typische Marschpflanze in großen Beständen erhalten. Im Uferbereich wächst mit der Wiebelschmiele eine weltweit nur an der Elbe vorkommende Gräserart. Die flachen Nebengewässer der Elbe sind eine wichtige Kinderstube für verschiedene Fischarten.

Im Bereich Juelssand sind die Ufer allerdings durch steinerne Deckwerke verbaut. Im Zuge des von der Stiftung Lebensraum Elbe geförderten Projekts wurde das Deckwerk an fünf Stellen auf einer jeweils 10 Meter langen Strecke um rund 80 Zentimeter abgesenkt. Die abgesenkten Stellen der Deckwerkskrone liegen jetzt unter dem mittleren Gezeitenhochwasser. Das Elbwasser kann deshalb in der Regel zweimal täglich in das dahinter liegende Ufergelände fließen.

Bereits 2004 wurde in unmittelbarer Nachbarschaft eine Absenkung im Deckwerk angelegt. Daraufhin entwickelten sich an dieser Stelle ein Priel und eine naturnahe Uferstruktur.

Projektträger: Integrierte Station Unterelbe in Zusammenarbeit mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt Hamburg

Ziele der Maßnahme:

  • Verbesserung der Voraussetzungen für die Herausbildung einer ästuartypischen Uferdynamik
  • Entwicklung einer natürlicheren Vegetationszonierung im Übergangsbereich von Land und Wasser
  • Entwicklung einer naturnäheren Uferstruktur hinter dem Deckwerk mit Sandwatt, Röhricht und Hochstaudenflur

Bezug zum integrierten Bewirtschaftungsplan für das Elbeästuar:

  • Teilweise Umsetzung der Maßnahme FR 4.5 HH/SH: Naturnähere Gestaltung des Ufers