Deichvorland naturnäher gestalten

Ufer bei Obergeorgswerder. Foto Gerwin Obst

Die Stiftung Lebensraum Elbe möchte Tidelebensräume im Deichvorland bei Obergeorgswerder entwickeln, um Tieren und Pflanzen der Tideelbe auch hier wieder Raum zu geben. Die bereits fertig gestellte Machbarkeitsstudie wird nun umgesetzt.

Die Elbinsel Wilhelmsburg wurde seit dem Mittelalter Stück für Stück eingedeicht – und der Elbe ihre flachen und dynamischen Uferbereiche damit größtenteils genommen. Heute gibt es nur noch wenige Vordeichflächen. Die entlang der Norderelbe noch verbliebenen haben ihre Natürlichkeit größtenteils verloren: ihre Ufer wurden mit Steinschüttungen befestigt, der Bereich zwischen Deich und Elbe aufgespült. Der Tideeinfluss wurde dadurch stark eingeschränkt, Lebensräume gingen verloren.

Hamburg erkannte den Wert des raren Deichvorlands bereits vor einigen Jahren: Seit 2010 gehören die Vordeichflächen auf Wilhelmsburg entlang der Norderelbe zum Naturschutzgebiet „Auenlandschaft Norderelbe“. Bereits zuvor vergrößerte man das Deichvorland bei Kreetsand durch eine Deichrückverlegung. Südlich der Autobahnbrücke über die Norderelbe wurde ein Tidebiotop angelegt.

Dazwischen liegt die Fläche, die im Auftrag der Stiftung Lebensraum Elbe untersucht wurde. Dort ist das Vorland aufgespült. Die Ufer sind durch massive Steinschüttungen gesichert. Natürliche Ufer, Priele oder Kleingewässer gibt es nicht.

Durch das Anlegen von zwei Prielen kann hier ein Standort für den vom Aussterben bedrohten Schierlings-Wasserfenchel entstehen. Auch der Lebensraum der Elbfische kann damit etwas erweitert werden. Für zusätzliche Strukturvielfalt soll ein Kleingewässer sorgen, das ebenfalls neu angelegt werden muss.

 

Stand 19.08.2017:

Die Plangenehmigung ist erteilt. Bei der Kampfmittelsondierung wurde ein Blindgänger gefunden, der in Kürze geborgen  wird. Danach können die Bauarbeiten ungehindert erfolgen. 

Fotos von den Bauarbeiten am südlichen Priel:

Erstellung der Baustraße:

Beseitigung von Kampfmitteln:

Vorbereitende Arbeiten:

 

Bezug zum integrierten Bewirtschaftungsplan für das Elbeästuar:

  • A 4.3 HH/SH: Erhaltung von naturnahen Ufern und Entwicklung von naturnäheren Ufern mit ästuartypischen Tideröhrichten
  • A 4.4 HH/SH: Entwicklung / Reaktivierung von Prielsystemen
  • A 4.5 HH/SH: Förderung von Erhaltungszielen der Natura 2000-Gebiete durch Abgrabung von Spülfeldern mit ästuaruntypischen Biotopen