Deichvorland naturnäher gestaltet

Ufer bei Obergeorgswerder. Foto SLE.

Die Stiftung Lebensraum Elbe entwickelte im September 2017 neue Tidelebensräume im Deichvorland bei Obergeorgswerder und gab so einen weiteren Uferabschnitt der Norderelbe an die Natur zurück.

Die Elbinsel Wilhelmsburg wurde seit dem Mittelalter Stück für Stück eingedeicht – und der Elbe ihre flachen und dynamischen Uferbereiche damit größtenteils genommen. Heute gibt es nur noch wenige Vordeichflächen. Die entlang der Norderelbe noch verbliebenen haben ihre Natürlichkeit größtenteils verloren: ihre Ufer wurden mit Steinschüttungen massiv befestigt, der Bereich zwischen Deich und Elbe hoch aufgespült. Der Tideeinfluss wurde dadurch stark eingeschränkt, Lebensräume gingen verloren.

Hamburg erkannte den Wert des raren Deichvorlands bereits vor einigen Jahren: Seit 2010 stehen die Vordeichflächen auf Wilhelmsburg entlang der Norderelbe unter Naturschutz. Bereits zuvor vergrößerte man das Deichvorland bei Kreetsand durch eine Deichrückverlegung. Hier entstehen aktuell Flachwasserbereiche und Wattflächen. Südlich der Autobahnbrücke wurde ein Tidebiotop angelegt.

Dazwischen liegt die Fläche, die von der Stiftung Lebensraum Elbe aufgewertet wurde. Zwei neue Priele sollen unter anderem dem Aussterben bedrohten Schierlings-Wasserfenchel einen neuen Standort bieten. Auch die Lebensräume vieler Elbfische und des in der Nähe ansässigen Seefrosches wurden durch diese Maßnahme erweitert. Zusammen mit einem neuen Kleingewässer entstand so ein vielfältiger und lebendiger neuer Naturraum.

Fotos von den Bauarbeiten:

Beseitigung von Kampfmitteln:

Erstellung der Baustraße:

Vorbereitende Arbeiten:

 

Bezug zum integrierten Bewirtschaftungsplan für das Elbeästuar:

  • A 4.3 HH/SH: Erhaltung von naturnahen Ufern und Entwicklung von naturnäheren Ufern mit ästuartypischen Tideröhrichten
  • A 4.4 HH/SH: Entwicklung / Reaktivierung von Prielsystemen
  • A 4.5 HH/SH: Förderung von Erhaltungszielen der Natura 2000-Gebiete durch Abgrabung von Spülfeldern mit ästuaruntypischen Biotopen