Die strukturreiche Ufervegetation fördern

Dynamische Uferstukturen prägen einen typischen Schierlings-Wasserfenchel-Standort im NSG Schweenssand. Foto SLE.

Wie kein anderes Gebiet an der Hamburger Tideelbe weist das Naturschutzgebiet Schweenssand verschiedenste und bereits jetzt zum Teil wertvolle Uferstrukturen auf. Die Stiftung Lebensraum Elbe möchte das Ufer hier noch naturnäher entwickeln.

Die beiden an der Süderelbe sich gegenüberliegenden Naturschutzgebiete Schweenssand und Heuckenlock bilden eine besondere naturräumliche Einheit: Hier finden sich die immer noch eindrucksvollen Reste einer ausgedehnten nacheiszeitlichen Sumpf- und Wasserwildnis mit ausgedehnten Auenwäldern. Dies ist in Europa nahezu einmalig - zumal sich beide Gebiete in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem der wichtigsten europäischen Häfen und inmitten einer pulsierenden Metropole befinden. Damit nicht genug - mit Wiebelschmiele und Schierlings-Wasserfenchel beherbergen beide Gebiete botanische Raritäten ersten Ranges.

Die Ufer beider Schutzgebiete sind weitgehend durch Steinpackungen befestigt. Im NSG Schweenssand wurden diese an einigen Stellen bereits teilweise entfernt. Hierdurch entwickelten sich neue Priele, die Röhrichtflächen vergößerten sich.  Insgesamt führte dies zu einer besseren Verzahnung von Land und Wasser. Der Schierlings-Wasserfenchel findet hier ausgezeichnete Standortbedingungen.

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen möchte die Stiftung Lebensraum Elbe überflüssige Steinschüttungen entfernen. Sie wird dabei schrittweise und sehr vorsichtig vorgehen, damit sich die wertvollen Strukturen ausschließlich vergrößern und in jedem Falle nicht verloren gehen.

 

Stand (30.09.2017):

Das Maßnahmenkonzept ist fertiggestellt und abgestimmt. An einigen Stellen muss das Deckwerk in Handarbeit abgetragen werden. Dies ist zum Teil bereits erfolgt. Weitere Absenkungen werden aktuell in Kooperation mit der Hamburg Port Authority durchgeführt. 

 

 

Ziele der Maßnahme:

  • Verbesserung der Voraussetzungen für die Herausbildung einer ästuartypischen Uferdynamik
  • Förderung einer strukturreichen Ufervegetation
  • Entwicklung einer natürlichen Vegetationszonierung im Übergangsbereich von Land und Wasser

 

Bezug zum integrierten Bewirtschaftungsplan für das Elbeästuar:

  • Umsetzung der Maßnahme FR 1.8 HH/SH: Verbesserung der Uferstrukturen an Norder- und Süderelbe
  • Umsetzung der Maßnahme A 4.3 HH/SH: Erhaltung von naturnahen Ufern und Entwicklung von naturnäheren Ufern mit ästuartypischen Tideröhrichten