Ein Pflanzkonzept für die obere Tideelbe

Verbliebene Auwaldstruktur an der oberen Tideelbe. Foto Heike Markus-Michalczyk

Wo können Auwälder entlang der oberen Tideelbe entstehen? Ein von der Stiftung Lebensraum Elbe beauftragtes Pflanzkonzept für das hamburgische Elbufer zeigt auf, wie und wo zwischen Geesthacht und Hamburg Auwälder entwickelt werden können.

Auwälder, die früher die Flussufer säumten, stehen heute auf der Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen und sind von "vollständiger Vernichtung bedroht". Durch Deichbau und Besiedlung wurden die Flussauen mit ihren Wäldern größtenteils von den Flüssen getrennt. Die Folge: Nur noch wenige Flächen haben regelmäßigen Kontakt mit dem Wasser. Viele der besonders vielfältigen Lebensräume für Tiere und Pflanzen gingen verloren.

Weltweit besonders selten sind die Tideauwälder - Auwälder, die täglich durch die Gezeiten beeinflusst werden. Eindrucksvolle Beispiele findet man in den Naturschutzgebieten Schweenssand und Heuckenlock in Hamburg oder in der Nähe des Haseldorfer Hafens. 

Entlang der oberen Tideelbe zwischen Geesthacht und der Bunthäuser Spitze findet man verbliebene Tideauwaldreste nur noch vereinzelt. Die auf sehr kleine Bereiche im Deichvorland beschränkten Strukturen sind der Dynamik von Ebbe und Flut nicht immer vollständig ausgesetzt und bestehen zum Teil aus standortfremden Gehölzen, die die Entwicklung eines typischen Auwalds erschweren.

Um die Wiederherstellung der wertvollen Lebensräume aktiv gestalten zu können, beauftragte die Stiftung Lebensraum Elbe die Erarbeitung eines Pflanzkonzepts für das hamburgische Elbufer. Deichvorländer wurden untersucht und vorhandene Auwaldstrukturen inspiziert. Das Gutachten gibt Empfehlungen für mögliche Neupflanzungen und Standortverbesserungen. Bereits ab Herbst 2018 sollen die ersten Auwaldpflanzungen erfolgen.

 

 

Bezug zum Integrierten Bewirtschaftungsplan für das Elbeästuar (IBP):

Das Pflanzkonzept konkretisiert die Ziele und Vorschläge des Maßnahmenschwerpunkts 5.2.4 "Auenwälder" des IBP.