Erweiterung der Elbwiesen

Feuchtwiese mit Schachblumen und Wiesenschaumkraut. Foto: Bernd-Ulrich Netz

Die Stiftung Lebensraum Elbe hat am Falkensteiner Ufer neue Lebensräume geschaffen: Nach der Abgrabung des Spülfelds wird sich hier eine tidebeeinflusste Feuchtwiese mit großer Artenvielfalt entwickeln.

Die Elbwiesen im Naturschutzgebiet Wittenbergen sind natürliche Überschwemmungsflächen mit nährstoffreichem Boden und hohem Grundwasserstand. Sie beheimaten auf engstem Raum unzählige, teils stark gefährdete Arten wie Sumpfdotterblume, Schlangen-Knöterich oder Wald-Engelwurz, aber auch Libellen und Amphibien.

Eine auffällige Bewohnerin ist die Schachblume. Sie wurde früher zum Muttertag in Massen auf Hamburger Märkten verkauft, heute ist ihr Bestand stark gefährdet. Das Wiesen-Schaumkraut, bevorzugte Nahrung für die Raupen des Aurorafalters, ist hier ebenfalls zuhause.

An der Tideelbe sind Feuchtwiesen heute selten geworden. Die Stiftung Lebensraum Elbe hat deshalb die Feuchtwiesen im Naturschutzgebiet Wittenbergen erweitert: Östlich des Grabens wurde ein ehemaliges Spülfeld der Hamburg Port Authority auf das Niveau der benachbarten Wiese abgetragen. Hier können Schachblume und Wiesenschaumkraut, aber auch Kuckucks-Lichtnelke, Sumpfschrecke, Azurjungfer oder Grasfrosch und andere bedrohte Arten eine neue Heimat finden.

Der Durchgang zum Strand blieb dabei erhalten.


Zur Durchführung der Maßnahme (Stand: 05.02.2017):

  • Die Bauarbeiten wurden im Winter 2015/16 abgeschlossen.
     
  • Im Jahr 2016 übernahm die Stiftung Lebensraum Elbe die Pflege des neuen Teils der Feuchtwiese.

  • Im nördlichen Teil ist im März 2016 eine Ansaat mit wertvollem regionalen Saatgut erfolgt.
     
  • Am 25. April 2016 pflanzten Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Rissen auf der abgegrabenen Fläche rund 80 Schachbumen der Nachbarwiese.

  • Im südlichen Teil wurde im Sommer 2016 eine Mahdgutübertragung von der benachbarten Wiese vorgenommen.

  • Im Juni 2016 wurden dort 20 Schierlings-Wasserfenchel-Pflanzen gepflanzt und -Samen ausgebracht. Beim Monitoring Ende August wurden insgesamt 67 Schierlings-Wasserfenchel-Pflanzen gezählt. 

  • Um die Entwicklung der neuen Feuchtwiese zu beobachten und zu dokumentieren, führt die Stiftung Lebensraum Elbe ein längerfristig angelegtes Monitoring durch.  

Ziele der Maßnahme:

  • Erhaltung und Wiederherstellung von Flächen mit ungehindertem Tide- / Hochwassereinfluss
  • Erhaltung und Entwicklung von ästuartypischen Ausprägungen der Wiesen-Lebensraumtypen
  • Verbesserung des Biotopverbunds der naturnahen Elbufer
  • Tieferlegung eines aufgehöhten Ufergrundstücks zur Schaffung einer Feuchtwiese
  • Vergrößerung der Vorkommen der Schachblumenwiesen (Etablierung des Lebensraumtyps 6510)

 

Bezug zum integrierten Bewirtschaftungsplan für das Elbeästuar:

  • Umsetzung der Maßnahme: FR 3.5 HH/SH: Erweiterung der Elbwiesen im NSG Wittenbergen
  • Die Maßnahme entspricht auch dem Schutzzweck des Naturschutzgebietes Wittenbergen.