Lebendiger Werder

Rönner Werder bei Geesthacht. Foto SLE

Weite – heute seltene - Vordeichflächen säumen das Südufer der Elbe beim Wehr Geesthacht. Die Stiftung Lebensraum Elbe untersuchte, ob hier wieder ein naturnahes Gewässersystem entstehen könnte. Hierdurch würden sich vielfältige Tidelebensräume entwickeln.

Das Wehr Geesthacht stoppt den Einfluss von Ebbe und Flut auf die Elbe 148 Kilometern von der Nordseemündung entfernt. Östlich des Wehrs sind die täglich wechselnden Wasserstände der Elbe nicht mehr zu spüren. Lange bedeutete das Wehr für die Fische eine kaum überwindbare Barriere. Seit 2010 ergänzt Europas größte Fischtreppe am Nordufer der Elbe die kleine Aufstiegsanlage am Südufer und ermöglicht Lachsen und anderen Wanderfischen sowie Neunaugen wieder das Hinundherwandern zwischen Mittel- und Tideelbe.

Auf dem weiten Vorland zwischen Deich und Wehr am südlichen Elbufer könnte der regelmäßige Einfluss der Tide wieder aktiviert werden: hier ist Raum für wertvolle Tide- und Auenlebensräume. Früher vorhandene Priele könnten wiederbelebt, zeitweilig wasserführende Kleingewässer und tidetypische Dynamik an ihren Ufern gefördert werden.

Der Vorteil für Pflanzen und Tiere der Elbe wäre enorm: die wertvollen Lebensräume mit ihrer typischen Pflanzenwelt lockten zahlreiche Insekten, Amphibien oder auch Vögel an. Auch die Fische würden von diesem Biotopverbund profitieren.

Stand April 2019:

Eine Machbarkeitsstudie der Stiftung Lebensraum zeigt, wie hier ein solches wertvolles dauerhaft durchströmtes Gewässersystem wiederhergestellt werden kann. Zurzeit stimmt sich die Stiftung Lebensraum Elbe mit den zuständigen Behörden über eine mögliche Umsetzung ab.

Werfen Sie hier einen Blick in die Machbarkeitsstudie und deren Anhänge!

  • Graben auf dem Rönner Werder mit umgefallenen Bäumen, die das Wasser berühren und einer großen Brücke die gerade durch den Hintergrund verläuft
  • Eine dynamische Wattfläche auf dem Rönner Werder, die zum Teil am Ufer mit Deckwerk befestigt wurde, umringt von gelbem Schilf sowie Bäumen, die teilweise in das Wasser ragen
  • Eine dynamische Wattfläche auf dem Rönner Werder, die zum Teil am Ufer mit Deckwerk befestigt wurde, umringt von Bäumen, die teilweise in das Wasser ragen
  • Verrohrtes Gewässer mit acht in das Wasser eingesetzten morschen Holzpfählen auf dem Rönner Werder umringt von grünen und gelben Gräsern unter einem strahlend blauen Himmel
  • Eine kanalähnliche Konstruktion mit einem schleusenartigen Tor, die das Aufsteigen der Fische flussaufwärts unterstützt. In diese wurden einige größere Steine eingesetzt. Mit einer Birke mittig auf dem Bild sowie eines Wasserreservoirs im Hintergrund
  • Ein Rohr mit Klappe schaut aus dem Boden hervor, welches ein Becken mit Wasser füllt. Die Klappe reguliert das Tideverhalten auf dem Rönner Werder. Das Becken wird durch Holz und Deckwerksmaterial gestützt und in Form gehalten. Diese Gebilde ist von Schilf und anderen Gräsern umgeben.

Bezug zum integrierten Bewirtschaftungsplan für das Elbeästuar:

  • Umsetzung der Maßnahme 3.7 NI: Maßnahmen zur Förderung/Schaffung von Prielsystemen