Tidelebensräume an Ilmenau und Luhe

Tideauwald in der Ilmenau-Luhe-Niederung. Foto LK Harburg

Ob und wie tidebeeinflusste Lebensräume an Ilmenau und Luhe entwickelt werden können, war Fragestellung einer im Januar 2015 fertiggestellten Machbarkeitsstudie. In enger Zusammenarbeit mit dem Landkreis Harburg hat die Stiftung Lebensraum Elbe diese beiden Nebenflüsse der Tideelbe untersucht. Ein erster Teil der Studie soll nun umgesetzt werden.

Tidebeeinflusste Flächen an der Elbe und entlang ihrer Nebenflüsse sind in der Vergangenheit stark vom Menschen überformt worden. Für Flora und Fauna sind diese - heute seltenen – Lebensräume besonders wertvoll. Auenwälder, Sümpfe oder Flusswatten sind Beispiele für charakteristische Biotope entlang der Tideelbe.

Die Ilmenau-Luhe-Niederung liegt zwischen Winsen und Hamburg und ist durch landwirtschaftliche Nutzung stark geprägt. Die Ilmenau wurde als schiffbares Gewässer kanalartig ausgebaut. Auch die in die Ilmenau mündende Luhe wurde in der Vergangenheit begradigt und ihre zahlreichen Mäanderschleifen vom Flusslauf getrennt. Durch den Bau des Ilmenau-Sperrwerks und Eindeichungen ist der Einfluss der Tide auf die Niederung zusätzlich geschmälert worden.

Das Ziel für die Ilmenau-Luhe-Niederung ist eine naturnähere Gestaltung der beiden Nebenflüsse der Tideelbe und ihrer angrenzenden Flächen.

Dafür wurden in der Machbarkeitsstudie Maßnahmentypen und über 80 Einzelmaßnahmen erarbeitet, wie zum Beispiel eine Flusslaufverlängerung der Luhe durch Anbindung von Mäandern. So können natürliche Prozesse die Flussufer dynamischer gestalten und dadurch neue Lebensräume für Flora und Fauna entstehen. Im Bereich der Ilmenau sollen unter anderem Wattflächen entwickelt und alte Priele reaktiviert werden.

Als Ergebnis zeigt die Studie ein Präferenzszenario auf. Dieses basiert auf den Maßnahmen, die am zielführendsten sind, um naturnahe Tidelebensräume und Gewässerstrukturen in der Ilmenau-Luhe-Niederung wieder herzustellen.

 

 

Ziele der Studie:

  • Förderung und Entwicklung des Tideeinflusses zur Generierung naturnaher typischer dynamischer Prozesse
  • Förderung und Entwicklung von tidebeeinflussten Auenlebensräumen
  • Verbesserung der Gewässerstruktur

 

Zur Umsetzung:

Durch den Bau von Mäandern, Schaffung von Wattflächen und Anlage von Kleingewässern an der Luhe soll ein erster Teil der Studie ab 2016 umgesetzt werden. Genaueres erfahren sie hier.

 

Bezug zum integrierten Bewirtschaftungsplan für das Elbeästuar:

  • Umsetzung der Maßnahme 3.3 NI: Maßnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung von Flachwasserbereichen
  • Umsetzung der Maßnahme 3.6 NI: Maßnahmen zur Förderung der Auwaldentwicklung
  • Umsetzung der Maßnahme 3.7 NI: Maßnahmen zur Förderung/Schaffung von Prielsystemen
  • Umsetzung der Maßnahme 3.8 NI: Maßnahmen zur Förderung von naturnahen Ufern mit Tideröhrichten und feuchten Uferstaudenfluren
  • Umsetzung der Maßnahme 3.23 NI: Schaffung von Tidewassertümpeln im Deichvorland und Kleingewässer im Binnenland

Die Machbarkeitsstudie finden Sie in unserer Mediathek.