Lebenslinie durchs Deichvorland

Tidelebensräume am der oberen Tideelbe. Foto SLE

Die Stiftung Lebensraum Elbe schuf im Kirchwerder Deichvorland neue Tidelebensräume, um damit zur Biodiversität beizutragen. Ein Priel und ein Kleingewässer bieten neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

Die Auswirkungen der Vordeichungen und Elbvertiefungen haben auch vor der oberen Tideelbe nicht Halt gemacht: Ihre Ufer sind zu einem sehr hohen Anteil vollständig verbaut, ihre Vorländer sind überwiegend schmal. Der Kontakt zwischen Wasser und Land ist stark eingeschränkt, die biologische Durchgängigkeit damit ebenfalls. Ihre Nebenarme (Dove Elbe und Gose Elbe) sind vollständig von der Elbe abgetrennt, ihre Nebenflüsse (Ilmenau, Luhe und Seeve) massiv überprägt. Der unnatürlich starke und weiter zunehmende Tidehub gefährdet die Artenvielfalt.

Am Hower Hauptdeich im Hamburger Bezirk Bergedorf weitet sich das sonst sehr schmale Deichvorland an der Elbe auf. Es wird hier nicht landwirtschaftlich genutzt, Röhrichte und Reste von Auwaldstrukturen säumen das Elbufer. Hier war Raum für mehr: Die Stiftung Lebensraum Elbe hat hier das Vorland besser mit der Elbe verbunden. 

Ein neuer Priel kann Elbfischen und anderen Wasserorganismen zusätzlichen Lebensraum bieten. Ebenso können verschiedenste Pflanzen, vielleicht auch der Schierlings-Wasserfenchel, hier eine Heimat finden. Von einem kleinen Tümpel, der nicht immer Wasser führt, können Amphibien, Libellen und andere Insekten profitieren.

Daten zum Priel: Länge 310 m, Breite 20-42 m, Tiefe der Prielmündung -0,5 m NHN (das ist unterhalb MTnw), Fläche 8710 m²

Daten zum Kleingewässer: Durchmesser 20 m, Fläche 340 m², Tiefe -0,5 m NHN.

Unser Projekt wurde von der MSC Foundation gefördert.

  • Das Projekt wird von der MSC Foundation gefördert.

Möchten Sie mehr wissen? Hier finden Sie unseren Flyer zum Projekt.

Libellen, Amphibien oder auch der Schierlings-Wasserfenchel können hier eine neue Heimat finden:

  • Schielrings-Wasserfenchel-Blüte
  • Ein hellgrüner Teichfrosch mit schwarz-grauen Seitenstreifen, Foto SLE

Zur Erinnerung: Fotos von den Bauarbeiten

  • Prielmündung bei Ebbe. Foto SLE
  • Fertiger Priel bei Ebbe. Foto SLE
  • Im Hintergrund fast fertiger Priel bei Flut. Foto SLE
  • Der Priel ist halb fertig und etwa halb gefüllt. Foto SLE
  • Prielbau. Foto SLE
  • Arbeiten an der Wasserkante. Foto SLE
  • Die Prielmündung wird modelliert. Foto SLE
  • Neu angelegte Prielmündung. Foto SLE
  • Wasser strömt in die frisch gebaute Prielmündung. Foto SLE
  • Gestaltung der Prielmündung in die Elbe. Foto SLE
  • Die Baustelle beim Baustart. Foto SLE

Bezug zum integrierten Bewirtschaftungsplan für das Elbeästuar:

  • A 4.4 HH/SH: Entwicklung / Reaktivierung von Prielsystemen
  • „Erhaltung und Wiederherstellung von Prielstrukturen und zeitweilig wasserführenden Kleingewässern“ ist Ziel mit besonderer Bedeutung für die terrestrische, tidebeeinflusste Landschaftszone (IBP, S. 49).