Schwung für die Luhe!

Anlage eines neuen Mäanders und von Stillgewässern an der Luhe. Foto Michael Maas

Die Stiftung Lebensraum Elbe hat den Lebens- und Erholungsraum Luhe gestärkt. Kern unseres Projekts waren die Verlängerung des Luhelaufs und die Entwicklung von vielfältigen Tidelebensräumen. Es entwickelt sich nun eine Flusslandschaft, die auch einen hohen Erlebniswert hat. Kultur- und Naturlandschaft werden eng miteinander verzahnt.

Das Projekt 

Die Luhe-Niederung steht unter dem Einfluss von Ebbe und Flut. Sie ist seit 2014 Naturschutzgebiet. Ihr ökologischer Zustand weist jedoch Defizite auf: Die Luhe wurde stark begradigt, ausgebaut und zum Teil befestigt.

Die Stiftung Lebensraum Elbe förderte die natürliche Vielfalt und die Flussdynamik der Luhelandschaft. Hierzu gestaltete sie den Fluss auf einer Länge von etwa etwa 770 Metern naturnah. Dabei wurden eine frühere Mäanderschleife wieder an die Luhe angebunden und ein neuer, mäandrierender Flussabschnitt gebaut. Ferner wurden Kleingewässer angelegt und tidebeeinflusste Auenlebensräume, wie Priele und Wattflächen, neu entwickelt. Totholz und Kiesrauschen wurden als Strukturen für Fische und Kleinstlebewesen in die Luhe eingebracht. Dort, wo Steinbefestigungen am Ufer der Luhe überflüssig waren, wurden sie entfernt, wo jedoch Privateigentum geschützt werden muss, wurde das Ufer stärker befestigt, um es vor Erosion zu schützen.

Der Hochwasserschutz ist durch großzügige Abstände zum Deich gewährleistet. An einer Stelle, an der bereits Erosion in einem Seitengraben in Deichnähe zu beobachten war, wurden Befestigungen eingebaut, die weitere Erosion verhindern werden. Reste des zuvor begradigten Flusslaufs bleiben erhalten und sorgen bei hohen Wasserständen für einen schnellen Wasserabfluss.

Hierdurch

  • verbessern sich die Lebensbedingungen für die Arten im Fließgewässer, z. B. für Meerforelle, Steinbeißer oder Fischotter,

  • profitiert die Ufervegetation,

  • finden auch Amphibien und Libellen ein neues Zuhause,

  • finden Vögel neue Nahrungsräume,

  • wird die Selbstreinigungskraft des Wassers verbessert,

  • verbessert sich das Stadtklima,
  • wird der stadtnahe Erholungsraum Luhe sichtbar aufgewertet.

Die Maßnahmen entsprechen den Zielen der Naturschutzgebietsverordnung.

Verschiedenste Tier- und Pflanzenarten werden vom Luhe-Projekt profitieren:

  • Fischotter
  • Storch
  • Teichfrosch
  • Sumpfdotterblume
  • Bekassine
  • Biber

Möchten Sie mehr wissen? Hier finden Sie unseren Flyer und unser Poster zum Projekt.

Zur Erinnerung - Fotos von den Bauarbeiten:

  • Land unter - Gehölzpflanzungen und Bodenmieten. Foto Michael Maas
  • Land unter nach Regenfällen im Januar 2020. Foto Michael Maas
  • Arbeiten im nördlichen Baustellenbereich. Stand Januar 2020. Foto Michael Maas
  • Arbeiten im nördlichen Baustellenbereich. Stand September 2019. Foto Michael Maas
  • Arbeiten im südlichen Baustellenbereich. Stand Januar 2020. Foto Michael Mass
  • Arbeiten im südlichen Baustellenbereich. Stand Januar 2020. Foto Michael Maas
  • Abgesenktes Luheufer
  • Bauarbeiten am neuen Mäander
  • neuer Mäander an der Luhe
  • Abpumpen des Wassers
  • Uferbefestigung am neuen Mäander
  • temporäre Abdämmung
  • Prielande
  • Teich
  • Neuer Priel
  • Luhebauarbeiten
  • Temporäre Brücke über die Luhe

Die Konzeption des Projekts basiert auf unserer Machbarkeitsstudie zur Ilmenau Luhe-Niederung.

 

Bezug zum integrierten Bewirtschaftungsplan für das Elbeästuar:

  • Umsetzung der Maßnahme 3.3 NI: Erhaltung und Wiederherstellung von Flachwasserbereichen
  • Umsetzung der Maßnahme 3.6 NI: Förderung der Auwaldentwicklung
  • Umsetzung der Maßnahme 3.7 NI: Förderung/Schaffung von Prielsystemen
  • Umsetzung der Maßnahme 3.8 NI: Förderung von naturnahen Ufern mit Tideröhrichten und feuchten Uferstaudenfluren
  • Umsetzung der Maßnahme 3.14 NI: Erhaltung und Wiederherstellung der Durchgängigkeit in die Elbnebengewässer