Tümpel für die Insel

Dünenlandschaft auf Neßsand. Foto SLE

Neßsand ist bereits ein wichtiger Lebensraum für unzählige Pflanzen und Tiere. Um die Insel noch artenreicher zu gestalten, legt die Stiftung Lebensraum Elbe jetzt rund 30 neue Kleingewässer an.

Aktuelles

17.09.2018 Anbaggern auf Neßsand: Bagger und Traktoren werden auf die Insel gebracht. Die erste feuchte Senke wird angelegt.

Das Projekt

Neßsand wurde in den 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts vom Menschen angelegt. Seitdem konnte sich die Insel nahezu ungestört entwickeln. Es gibt hier dichte, urwaldartige Auwälder mit verschlungenen Prielen, beeindruckende Röhrichte, Schlick- und Sandwatten, aber eben auch Sanddünen und Trockenrasen. Selbst Flachwasserzonen sind in unmittelbarer Nähe. Damit sind hier fast alle Lebensräume, die es in diesem Bereich der Tideelbe geben kann, eng miteinander verbunden. Deswegen gehört die Insel zu den besonderen Naturschätzen der Tideelbe. Was bislang noch fehlt, sind die eigentlich für Flussauen typischen Kleingewässer – die entlang der gesamten Tideelbe einfach fehlen.

Die Stiftung Lebensraum Elbe möchte das Mosaik an wertvollen Lebensräumen auf Neßsand vervollständigen. Deswegen legt sie im Herbst 2018 etwa 30 neue, unterschiedlich große und tiefe Gewässer oder feuchte Senken an. an. Dabei schafft sie auch Platz für wertvollen Trockenrasen, der hier in den letzten Jahren massiv durch Sanddorngebüsch verdrängt wurde. 

In den neuen Kleingewässern können sich Amphibien, Libellen und andere Insekten ansiedeln. Z.B. können hier künftig auch Erdkröten ein neues Zuhause finden.

Trockenrasen ist selten und gehört auch zu den Lebensräumen der Tideelbe. Er ist gesetzlich geschützt. Hier auf Neßsand beheimatet er Rote-Liste-Arten wie das Blauschillergras, die Großblütige Königskerze oder die Karthäuser-Nelke. Zum Beispiel finden hier der Nachtigall-Grashüpfer oder der Kleine Feuerfalter hier ihre Nahrung.

 

Bezug zum integrierten Bewirtschaftungsplan für das Elbeästuar:

„Erhaltung und Wiederherstellung von Prielstrukturen und zeitweilig wasserführenden Kleingewässern“ ist Ziel mit besonderer Bedeutung für die terrestrische, tidebeeinflusste Landschaftszone (IBP, S. 49).