Gutes tun für Kiebitze und Schachblumen

See in der Seeveniederung. Foto SLE

Mit einem Strauß verschiedenster Maßnahmen haben wir zur Artenvielfalt in der Seeveniederung beitragen. Auch die Besucherinnen und Besucher profitieren!  

Das Naturschutzgebiet "Untere Seeveniederung und Over Plack" ist ein besonderer Ort: Im Frühling blühen hier - im wohl größten Schachblumenvorkommen Deutschlands - unzählige Exemplare der auf der Roten Liste stehenden Schönheit des Feuchtgrünlands. Außerdem lebt hier seit jeher eine Kiebitzkolonie. Auch der Große Brachvogel und andere Wiesenbrüter sind zu beobachten. Gänse und Entenvögel fühlen sich hier ganzjährig sehr wohl.

Dennoch gab es Optimierungsmöglichkeiten:

  • Die scheuen Wiesenbrüter profitieren von der Entfernung aufgekommener Gehölze entlang des Junkernfeldsees, da diese dem Fuchs und anderen Prädatoren Versteckmöglichkeiten bieten. Kiebitz & Co. meiden daher Flächen in der Nähe von Gehölzbeständen. Wir haben daher Gehölze auf einer Länge von etwa 600 m entnommen. Hierdurch vergrößert sich das effektive Brutgebiet. Auch Gänse, Enten und weitere Watvögel freuen sich, da durch die Entnahme der Sträucher eine direkte Verbindung vom See zum umliegenden Grünland geschaffen wurde.

  • Durch eine Vernässung des Junkernfelds könnte man den dortigen Wiesenvogelbestand weiter fördern. Dies ist allerdings nur möglich, wenn die Flächen hierfür zur Verfügung stehen.
  • Im Februar 2022 haben wir je zwei Vogelinseln im Steller See und im Junkernfeldsee verankert, auf denen bereits Austernfischer und Bachstelzen genistet haben.

  • Die Schachblumenwiese konnte durch extensive Nutzung einer benachbarten Fläche erweitert werden. Das Ausbringen von Schachblumenzwiebeln beschleunigt diese Entwicklung. Im späten Winter haben wir daher Schachblumenzwiebeln gesammelt und diese dort eingepflanzt.

  • Zur Förderung des Brachvogelbestands schützen wir gefundene Gelege vor Prädatoren.

  • Das Junkernfeld ist ein beliebtes Ausflugsziel für Naturliebhaber. Im Frühjahr 2023 errichteten wir unsere Kiwittluken, eine Vogelbeobachtungsstation. Diese fügt sich links und rechts in die bestehende Vegetation ein, sodass die Wiesenvögel möglichst wenig gestört werden. Von einem Steg aus und durch kleine Luken haben Besucher eine gute Sicht über das südliche Junkernfeld.
    Von dem Bau dieser Vogelbeobachtungsstation profitieren Menschen und Vögel: Während die einen bessere Beobachtungsmöglichkeiten haben, werden die anderen besser abgeschirmt und fühlen sich weniger beeinträchtigt.

Wir setzen unsere Maßnahmen in enger Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen des Landkreises Harburg und des NABU Winsen um, denen wir sehr herzlich für die ausgezeichnete Unterstützung danken.

Fotos vom Projekt
  • Kiebitz. Foto Henrik Hufgard
  • Feldhase in der Seeveniederung. Foto Henrik Hufgard
  • Weites Feuchtgrünland: Lebensraum für Wiesenvögel. Foto SLE
  • Schachblume. Foto Henrik Hufgard
  • Austernfischer mit Küken auf einer Vogelinsel. Foto Henrik Hufgard
  • Vogelinsel. Foto Landkreis Harburg
  • Austernfischer auf dem Weg zur Vogelinsel. Foto Henrik Hufgard

Stand: Oktober 2023

Bezug zum Integrierten Bewirtschaftungsplan für das Elbeästuar

  • NI 3.12: Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Schachblumen-Vorkommen
  • NI 3.17: Maßnahmen zur Erhaltung des großflächig offenen Landschaftscharakters
  • NI 3.18: Maßnahmen zur Förderung von zusammenhängenden, störungsarmen Rastflächen im Grünland
  • NI 3.22: Verbesserung des Wasserhaushalts auf öffentlichen Flächen
  • NI 4.1: Aufrechterhaltung bzw. Erweiterung des Spektrums der Naturerlebnisformen