Mehr Tide für den Bogen

Neuer Priel im Deichvorland am Wrauster Bogen. Foto SLE

Am Wrauster Bogen verbesserte die Stiftung Lebensraum Elbe die Lebensbedingungen für den seltenen Schierlings-Wasserfenchel und auch für Fische.

Aktuelles

25. Juni: Wir finden viele große und ausgesprochen kräftige Schierlings-Wasserfenchel-Pflanzen am neuen Priel. Man kann sie schon von der Lücke zwischen den Kopfweiden aus sehen - dafür muss man die unter Naturschutz stehende Fläche nicht betreten.

  • Schierlings-Wasserfenchel
  

Das Projekt

Die Vordeichfläche am Wrauster Bogen zwischen Hamburg und Geesthacht liegt im Herzen des FFH-Gebiets Hamburger Unterelbe. Im Rahmen einer Deichrückverlegung wurde hier 1991 ein Priel angelegt. Nachdem der Priel 1995 wieder von der Elbe abgetrennt wurde, wurde er seiner ökologischen Funktion nicht mehr gerecht:

  • Der Priel sollte den Elbfischen wie Aland, Rapfen oder Brassen wichtigen Nahrungs- und Ruheraum bieten. Dies war jedoch nicht der Fall: Eine Steinschüttung im Einlassbereich des Priels schnitt ihnen bei Niedrigwasser den Rückweg in die Elbe ab. Der Priel konnte besonders an heißen Tagen zur Falle werden.

  • Der endemische und vom Aussterben bedrohte Schierlings-Wasserfenchel fand hier - in seinem klassischen Habitat - keine günstigen Standortbedingungen.

Die Stiftung Lebensraum Elbe wertete die sensible Fläche in drei Schritten auf:

  • Entfernung der Fischfalle (April 2014)
    Die Stiftung Lebensraum Elbe ließ die Steinschüttung im Einlassbereich des bestehnden Priels entfernen. Neunaugen, Fische und andere aquatische Organismen können seitdem auch bei niedrigem Wasserstand vom Priel in die Elbe zurückkehren. Da das Elbwasser wieder ungehindert in den Priel ein- und ausströmt, verschwanden die massiven Schlickbänke. Der Boden des Priels wurde sandiger und kiesiger.

  • Anlage eines zweiten Priels (Frühjahr 2019) 
    Um den Lebensraum für Elbfische und Schierlings-Wasserfenchel zu vergrößern, legte die die Stiftung Lebensraum Elbe einen neuen Priel an, der in den bestehenden Priel mündet. Dieser Priel entspricht den Standortbedingungen des Schierlings-Wasserfenchels. Daher führte die Stiftung dort einen Ansiedlungsversuch durch.

  • Absenkung des Uferdeckwerks (November 2019)
    Westlich des bestehenden Priels wurde das Uferdeckwerk auf einer Breite von 30 m um rund 1,5 m vorsichtig abgesenkt. Hierdurch wurde der Kontakt zwischen Elbe und Elbufer verbessert. Das Ufer kann sich hier im Zusammenspiel mit der Elbe entwickeln.

Hier finden Sie unseren Kurzfilm über die Beseitigung der Fischfalle:

Fotos der Projektrealisierung:

  • Neuer Priel bei Hochwasser
  • Priel bei Hochwasser
  • 10 Schierlings-Wasserfenchel-Pflanzen am Priel am Wrauster Bogen

  • Ein grüner Bagger räumt Steine weg, um die Fischfalle am Wrauster Bogen zu beseitigen.
  • Nach der Baumaßnahme sind die Schlickbänke im Priel des Wrauster Bogens verschwunden
  • Nach der Baumaßnahme am Wrauster Bogen hat der Priel wieder einen Zugang zur Elbe

Ziele der Maßnahmen:

  • Entwicklung von Lebensraum für den Schierlings-Wasserfenchel
  • Verbesserung der Lebensbedingungen für Fische und andere aquatische Organismen

 

Das Projekt ist Teil unseres Maßnahmenschwerpunktes "Obere Tideelbe".

 

Bezug zum integrierten Bewirtschaftungsplan für das Elbeästuar:

  • Umsetzung der Maßnahme FR 1.22. HH/SH: Erhaltung des Schierlings-Wasserfenchels am Wrauster Bogen
  • Umsetzung der Maßnahme A 4.4 HH/SH: Entwicklung/Reaktivierung von Prielsystemen