Mehr Tide für den Bogen

Niedrigwasser im Priel im Deichvorland am Wrauster Bogen. Foto SLE

Am Wrauster Bogen sollen die Lebensbedingungen für Fische und für den seltenen Schierlings-Wasserfenchel verbessert werden. Die Stiftung Lebensraum Elbe setzt ihre hierzu vorgelegte Machbarkeitsstudie schrittweise um.

Aktuelles

August 2018: Der Plangenehmigungsantrag für die Anlage des zweiten Priels und die Absenkung des Uferdeckwerks ist gestellt.

August 2018: Unser Schierlings-Wasserfenchel-Ansiedlungsversuch war erfolgreich: Im Juli 2017 fanden wir 10, im August 2018 14 Pflanzen.

Juni 2016: Der Priel hat sich sehr positiv entwickelt. Die dicken Schlickbänke sind weitgehend verschwunden. Wir machen einen Versuch, den Schierlings-Wasserfenchel hier wieder anzusiedeln und pflanzen insgesamt 20 Pflanzen.

November 2015: Hier finden Sie unseren Kurzfilm über die Beseitigung der Fischfalle.

April 2014: Die Fischfalle wird beseitigt.

 

Das Projekt

Die Vordeichfläche am Wrauster Bogen zwischen Hamburg und Geesthacht liegt im Herzen des FFH-Gebiets Hamburger Unterelbe. Im Rahmen einer Deichrückverlegung wurde hier 1991 ein Priel angelegt. Nachdem der Priel 1995 wieder von der Elbe abgetrennt wurde, wurde er seiner ökologischen Funktion nicht mehr gerecht:

  • Der Priel sollte Neunaugen und Fischen wie Rapfen oder Brassen wichtigen Ruheraum, Nahrungs- und Laichplatz bieten. Dies war jedoch nicht der Fall: Eine Steinschüttung im Einlassbereich des Priels schnitt ihnen bei Niedrigwasser den Rückweg in die Elbe ab. Der Priel konnte besonders an heißen Tagen zur Falle werden.

  • Der Priel war vor allem im vorderen Bereich massiv verschlickt.

  • Der endemische und vom Aussterben bedrohte Schierlings-Wasserfenchel fand hier - in seinem klassischen Habitat - keine günstigen Standortbedingungen.

Eine seit Januar 2014 vorliegende Machbarkeitsstudie der Stiftung Lebensraum Elbe schlägt Maßnahmen vor, mit denen den genannten Problemen begegnet werden kann. Die Studie wird von der Stiftung Lebensraum Elbe in zwei Schritten umgesetzt.

 

Zur Umsetzung der Studie

Entfernung der Fischfalle (2014)

Im April 2014 ließ die Stiftung Lebensraum Elbe die Steinschüttung im Einlassbereich des Priels entfernen. Neunaugen, Fische und andere aquatische Organismen können seitdem auch bei niedrigem Wasserstand vom Priel in die Elbe zurückkehren. Da das Elbwasser wieder ungehindert in den Priel ein- und ausströmt, verschwanden die massiven Schlickbänke. Der Boden des Priels wurde sandiger und kiesiger.

Anlage eines weiteren Priels, Absenkung des Uferdeckwerks (Umsetzung 2019) 

Um den Lebensraum für den Schierlings-Wasserfenchel zu vergrößern, plant die Stiftung Lebensraum Elbe die Anlage eines weiteren Priels. Darüber hinaus soll das Uferdeckwerk auf einer Breite von 30 m vorsichtig abgesenkt werden. Hierdurch wird der Kontakt zwischen Elbe und Elbufer verbessert.

Ziele der Maßnahmen:

  • Verbesserung der Lebensbedingungen für Fische, Neunaugen und andere aquatische Organismen
  • Entwicklung des Lebensraums für den Schierlings-Wasserfenchel

Bezug zum integrierten Bewirtschaftungsplan für das Elbeästuar:

  • Umsetzung der Maßnahme FR 1.22. HH/SH: Erhaltung des Schierlings-Wasserfenchels am Wrauster Bogen
  • Umsetzung der Maßnahme A 4.4 HH/SH: Entwicklung/Reaktivierung von Prielsystemen