Mehr Tide für den Bogen

Niedrigwasser im Priel im Deichvorland am Wrauster Bogen. Foto SLE

Am Wrauster Bogen sollen die Lebensbedingungen für Fische und für den seltenen Schierlings-Wasserfenchel verbessert werden. Die Stiftung Lebensraum Elbe setzt ihre hierzu vorgelegte Machbarkeitsstudie schrittweise um.

Aktuelles

8. Mai 2019: Baustellenführung um 17.30 Uhr. Start auf dem Deich bei der Baustelle.   

24. April 2019: Beginn der Bauarbeiten für den neuen Priel. 

Februar 2019: Zur Vorbereitung der Bauarbeiten im Sommer wird die Fläche, auf der der Priel entstehen soll, gemäht. Außerdem werden die Gehölze - soweit nötig - zurückgeschnitten.

November 2018: Die Genehmigung für den zweiten Bauabschnitt liegt vor. Im Sommer 2019 soll ein zweiter Priel angelegt und das Uferdeckwerk an einer Stelle vorsichtig abgesenkt werden. 

August 2018: Unser Schierlings-Wasserfenchel-Ansiedlungsversuch war erfolgreich: Im Juli 2017 fanden wir 10, im August 2018 14 Pflanzen.

Juni 2016: Der Priel hat sich sehr positiv entwickelt. Die dicken Schlickbänke sind weitgehend verschwunden. Wir machen einen Versuch, den Schierlings-Wasserfenchel hier wieder anzusiedeln und pflanzen insgesamt 20 Pflanzen.

November 2015: Hier finden Sie unseren Kurzfilm über die Beseitigung der Fischfalle:

 

April 2014: Die Fischfalle wird beseitigt.

 

Das Projekt

Die Vordeichfläche am Wrauster Bogen zwischen Hamburg und Geesthacht liegt im Herzen des FFH-Gebiets Hamburger Unterelbe. Im Rahmen einer Deichrückverlegung wurde hier 1991 ein Priel angelegt. Nachdem der Priel 1995 wieder von der Elbe abgetrennt wurde, wurde er seiner ökologischen Funktion nicht mehr gerecht:

  • Der Priel sollte Neunaugen und Fischen wie Rapfen oder Brassen wichtigen Ruheraum, Nahrungs- und Laichplatz bieten. Dies war jedoch nicht der Fall: Eine Steinschüttung im Einlassbereich des Priels schnitt ihnen bei Niedrigwasser den Rückweg in die Elbe ab. Der Priel konnte besonders an heißen Tagen zur Falle werden.

  • Der Priel war vor allem im vorderen Bereich massiv verschlickt.

  • Der endemische und vom Aussterben bedrohte Schierlings-Wasserfenchel fand hier - in seinem klassischen Habitat - keine günstigen Standortbedingungen.

Eine seit Januar 2014 vorliegende Machbarkeitsstudie der Stiftung Lebensraum Elbe schlägt Maßnahmen vor, mit denen den genannten Problemen begegnet werden kann. Die Studie wird von der Stiftung Lebensraum Elbe in drei Schritten umgesetzt.

 

Zur Umsetzung der Studie

Anlage eines zweiten Priels, Absenkung des Uferdeckwerks (2019) 

Um den Lebensraum für Elbfische und Schierlings-Wasserfenchel zu vergrößern, legt die die Stiftung Lebensraum Elbe ab April 2019 einen neuen Priel an. Darüber hinaus soll im Herbst 2019 das Uferdeckwerk auf einer Breite von 30 m vorsichtig abgesenkt werden. Hierdurch wird der Kontakt zwischen Elbe und Elbufer verbessert.

Entfernung der Fischfalle (2014)

Im April 2014 ließ die Stiftung Lebensraum Elbe die Steinschüttung im Einlassbereich des Priels entfernen. Neunaugen, Fische und andere aquatische Organismen können seitdem auch bei niedrigem Wasserstand vom Priel in die Elbe zurückkehren. Da das Elbwasser wieder ungehindert in den Priel ein- und ausströmt, verschwanden die massiven Schlickbänke. Der Boden des Priels wurde sandiger und kiesiger.

Ziele der Maßnahmen:

  • Verbesserung der Lebensbedingungen für Fische, Neunaugen und andere aquatische Organismen
  • Entwicklung von Lebensraum für den Schierlings-Wasserfenchel

 

Das Projekt ist Teil unseres Maßnahmenschwerpunktes "Obere Tideelbe".

 

Bezug zum integrierten Bewirtschaftungsplan für das Elbeästuar:

  • Umsetzung der Maßnahme FR 1.22. HH/SH: Erhaltung des Schierlings-Wasserfenchels am Wrauster Bogen
  • Umsetzung der Maßnahme A 4.4 HH/SH: Entwicklung/Reaktivierung von Prielsystemen