Ein neuer Auwald

Tideauwald

Am Neuengammer Elbufer pflanzten wir 600 Weiden - es soll sich ein neuer Tideauwald entwickeln. 

Flussauen gehören zu den artenreichsten Ökosystemen Mitteleuropas. Durch den ständigen Kontakt von Wasser und Land entstehen unterschiedliche eng verzahnte und sich dauerhaft wandelnde Biotope: von Altarmen und Feuchtwiesen über Sandbänke bis hin zu Weich- oder Hartholzauwäldern - ideale Lebensbedingungen für unzählige Pflanzen und Tiere.

Auch für den Menschen sind Flüsse ein wertvoller und begehrter Lebensraum. Sie sind die Grundlage für Handel, Wirtschaft und Industrie, für ertragreiche Landwirtschaft und attraktives Wohnen. Die Folge: Ein Großteil unserer Flussauen ging verloren - die Weich- und Hartholzauwälder stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen und sind „von vollständiger Vernichtung bedroht".

Noch seltener sind Tideauwälder – Auwälder, die täglich von Ebbe und Flut beeinflusst werden. Entlang der Elbe zwischen Geesthacht und der Nordsee sind sie heute nur noch vereinzelt zu finden: auf den Elbinseln, entlang schmaler Säume an Nebenflüssen oder auf einzelnen Vordeichflächen.

Wir arbeiten daran, die artenreichen und heute seltenen Flussauen entlang der Tideelbe zu vergrößern. Auf unterschiedliche Weise - je nach Möglichkeit der Standorte - werden Tideauen erweitert, Tideauwälder gefördert und neue Tideauwälder initiiert.

Deswegen pflanzten wir im März 2021 im Deichvorland bei Neuengamme 600 Weiden. Wo bisher Brennesseln und Kratzdisteln dominierten, soll sich nun ein Auwäldchen aus Silberweiden, Bruchweiden, Knackweiden, Rotweiden, Korbweiden und Mandelweiden entwickeln.

Fotos von der Pflanzung:

  • Auwaldpflanzen an der Tideelbe bei Neuengamme. Foto fabelzucker
  • Einpflanzen der Weiden. Foto fabelzucker
  • Pflanzung nach Sturmflut. Foto SLE

Bezug zum integrierten Bewirtschaftungsplan für das Elbeästuar: 

Maßnahmenprogramm für Auenwälder